Objektivtest: Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 (M42) an Sony A7II

Geschichte

Objektivtest: Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 (M42) an Sony A7IIDas Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 ist eher rar und so richtig viele Informationen findet man darüber nicht. Ein paar wenige Videos, vereinzelte Einträge in Foren und auf russischen Seiten – das war’s dann aber auch schon. Es soll das allerschärfste 135mm Objektiv sein. Klar. Wenn man sich so durch’s World Wide Web liest, dann ist fast jedes Objektiv total scharf. Ein wirkliches Telezenitar Angebot gibt es hier in Deutschland auch nicht, vereinzelt findet man welche auf eBay für ca. 200 Euro oder mehr. Produziert wurde es wohl zwischen 1983 und 2003 und anscheinend wurde die Produktion ab 2014 wieder aufgenommen. Aber mein russisch ist eher schlecht und Google Translator hilft mir auch nicht viel weiter.

Mein Telezenitar kaufte ich über eBay Kleinanzeigen und es war auf den ersten Blick fast neuwertig. Dumm nur, dass die Blende leicht hängt, aber das ließ sich leicht reparieren und macht im Alltag keine Probleme mehr. Äußerlich fast wie neu. Glas sehr gut erhalten. Fokus fast butterweich und Blende rastet gut ein. Streulichblende ist dabei, lässt sich problemlos vorne aufschrauben und ist nicht wirklich groß. Von der Leistung überzeugt es, wobei es Licht und Schatten gibt (oder eher Schärfe und chromatische Aberrationen).

Objektivtest: Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 (M42) an Sony A7IIObjektivtest: Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 (M42) an Sony A7IIObjektivtest: Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 (M42) an Sony A7IIObjektivtest: Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 (M42) an Sony A7IIObjektivtest: Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 (M42) an Sony A7IIObjektivtest: Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 (M42) an Sony A7II

Eckdaten

  • Bajonett: M42
  • Brennweite: 135mm
  • Lichtstärke: 2.8
  • optischer Aufbau (Elemente/Gruppen): 5/4
  • Blendenlamellen: 8
  • Naheinstellgrenze: 130cm
  • Filterdurchmesser: 58mm
  • Gewicht: 424g

Bilder Objektiv

Praxiserfahrung

Das Objektiv ist sehr gut erhalten, wenn nicht sogar „neu“ im Sinne von unbenutzt aber jahrelang rumgelegen. Schöne stabile Metallkonstruktion samt Streulichblende. Glas und alles einfach top. Dazu die russische Robustheit; d.h. ähnlich wie bei einem Helios 44 lässt es sich problemlos zerlegen.

Das allerschärfste 135mm Objektiv ist es wahrscheinlich nicht. Es ist aber bei Blende 2.8 schon sehr scharf. Abgeblendet wird es noch schärfer und bei Blende 8.0 ist es wirklich knackigst scharf, da springt einem schon die Schärfe im elektronischen Sucher ins Auge. In den Bildern schaut die Schärfe wie eingehämmert aus, das ist schon krass. Bokeh ist sehr angenehm, alles harmonisch cremig. Bubbles lassen sich auch erzeugen. Farben toll, wobei bei Streulicht es teilweise leicht einbricht und alles blass wird. Aber in einem geringen Maße, d.h. in der Nachbearbeitung kann man das problemlos ausgleichen.

Chromatische Aberrationen hat es, offenblendig dominiert v.a. pink wobei grün auch zu sehen ist. Lässt sich trotz der v.a. stark sichtbaren Pinkanteile aber beides recht leicht entfernen und durch Abblenden wird es weniger.

Blende einstellen ist ganz normal und einfach, Blendenring rastet ein. Fokussieren geht auch super, wirklich weich.

Das Objektiv habe ich wie auf den Bildern zu sehen ist erstmal nur in der Wohnung und in trister Winterlandschaft getestet. Werde es sicher auch im Studio einsetzen, gerade bei Blende 8 nagelt es die Bilder regelrecht auf den Sensor. Von der Schärfe überzeugt es mich auf jeden Fall, Handhabung und alles eigentlich echt gut. Chromatische Aberrationen sind nicht das große Problem. Focuspeaking und der interne Stabilisator an der A7II funktionieren super.

Wichtig: Sollte die Blende klemmen oder nicht richtig tun, lässt sich das meist ganz leicht beheben. Auf der Rückseite befindet sich leicht zugänglich ein Ring mit Aussparung über dem Glas. Diese Aussparung sollte zwar nicht verrutschen, aber bei mir hat sie eben einen Teil den Blendenkonstruktion blockiert. Man muss also nur hinten ein Metallelement herausdrehen was sogar mit der Hand möglich sein sollte. Dann den Ring mit Aussparung etwas drehen, schauen ob die Blende geht und dann das Element wieder draufschrauben. Lediglich darauf achten, dass beim Draufschrauben der Ring nicht mitgedreht wird.

Video: Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 (M42)

Bilder: Zenit MC Telezenitar 135mm 2.8 (M42)

Wie wurde der Objektivtest durchgeführt?

Damit die Ergebnisse halbwegs vergleichbar sind wurden alle Tests möglichst identisch durchgeführt. Folgende Einstellungen wurden an der Kamera (Sony A7II) vorgenommen:

  • AV Modus
  • JPG mit Farbprofil „Standard“ und in Adobe Lightroom auf 1920 Pixel (lange Kante) begrenzt
  • Offenblende, leicht abgeblendet und bei Blende 8 (Blende steht jeweils unter den Fotos)
  • Streulichtblende benutzt (alte Objektive sind sehr anfällig für Streulicht)

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